Komplex BA 1

Komplex BA 1 / Ausstellung 2022, Galerie KUB (Fotos: Christoph Liepach)

Diplom-Ausstellung Komplex BA 1 von Christoph Liepach

05.02. – 27.02.2022 / Galerie KUB, Kantstr. 18, 04275 Leipzig

Eine Rekonstruktion bedingt eine Geschichte, einen Ort und Zeit, sowie den Betrachter. Es sind verinnerlichte Raumspezifika, die uns Christoph Liepach mit dem Medium Fotografie in der Ausstellung Komplex BA 1 installiert. Angereichert durch Erzählungen, Erlebnissen, Erinnerungen und Vorgefundenem nehmen sie raumgreifende Dimensionen an.

Die Arbeit „Komplex BA 1“ von Christoph Liepach geht von der Vorstellung aus, Architektur als Medium für Ausdruck von Erinnerung zu verstehen. Diese seit der Antike existierende Idee beinhaltet ein räumlichen Gedächtnis. Der Zusammenhang Raum und Gedächtnis ist somit eine Konfrontation physischer Räume und Objekte mit menschlichen Erinnerungen. In der ausgestellten Arbeit wird die Erinnerung mit einer Konstruktion, besser einer Re-Konstruktion gleichsetzen. Die Möglichkeit einer Vollständigkeit diese mittels Fakten kann man hierbei ausschließen, da Erinnerung eine Mischung aus den Faktoren wie: des gespeicherten Wissen (beispielsweise in physischer Form), der emotional aufgeladenen persönlichen Wissens, die Detailscharfe der Erinnerungsfragmenten Außenstehender und der Zustand der erinnernden Person im Moment des Erinnern ausmacht.

„Komplex BA 1“ beschäftigt sich mit diesen Verknüpfungen. Und auch hierbei ist die Re-Konstruktion ein entscheidender Versuch, Verknüpfungen an Orte und ihrer eingeschrieben Geschichte herzustellen. Eine gebauten Verknüpfung sozusagen in der ein Bezug auf DDR und Nachwende, an Fremd- und Eigen-Erfahrungen besteht. Im Zitat aus dem dem Dokumentarfilm „Platte mit Aussicht“ von Uta Hergert und Marcel Raabe wird ein Gleichschritt hinterfragt:

„Alles gleich, alles viereckig. Die Hauser, die Platten, die Fenster, die Lichtschalter, die Fußbodenmosaike im Bad. Lüftungsschachte und Heizungsrohre bilden akustische Netze, die uns verbinden. Wir leben im Quadrat, zusammen. Beim Feiern im Trockenraum, beim Anstehen an der Kaufhalle, beim Appell in dem Schulhof. Aber machen gleiche Tapeten gleiche Menschen?“ (Hergert / Raabe 2005/2006: Min. 13:50 – 14:21)

Aus dem Zitat lasst sich herauslesen: Es handelt sich um eine Gebaute Umgebung – Konstruiert und normiert zu DDR-Zeiten. Die Ausstellung nimmt ebenfalls Oberflachen, Kubaturen und Bildfragmente aus dieser zu DDR-Zeiten errichteten Neubau-Umgebung auf. Einzelnen Werke innerhalb meiner Arbeit sind betitelt mit Straßennamen. In „Komplex BA 1“ befinden wir uns sozusagen in einer Ausstellung die Orientierung mittels Bezug auf reale oder aber auch Fiktive Orte sucht.